Tunnel, 2019
Tunnel, 2019

Tunnel

So wie jede Kunstform ihre bestimmten Stärken hat, so stößt auch jede irgendwo an ihr Grenzen, geht also gewissermaßen zu Ende. Dieses Ende ist nicht leicht zu finden, denn die Fotografie ist sehr bescheiden: Sie braucht keine Bewegung,keine Töne und nicht einmal Farben. Eines ist allerdings unverzichtbar: Die Fotografie lebt von Kontrasten. Dort, wo es keine Kontraste gibt, kann mit Fotografie nichts ausgedrückt werden, dort ist das Ende der Fotografie.

In meinem Bild wird das Ende der Fotografie zweimal sichtbar: Zum einen am äußeren Bildrand, wo das Bild in ein tiefes Schwarz übergeht. Zusätzlich wird das Ende in der Bildmitte sichtbar, wo nur mehr ein weißer Fleck ist. Auch hier ist in der realen Welt natürlich kein weißer Fleck, aber das, was sich dort befindet, erschließt sich der Fotografie nicht. Sie ist hier am Ende ihrer Ausdrucksmöglichkeiten angelangt.